Menstruationsbecher – Zero Waste

Wow, ich hätte mir, glaube ich, niemals vorgestellt darüber überhaupt mal was zu schreiben, besonders nicht, wenn man liest „JOHNNY & THE FOOD“, aber auch, weil es so ein sensibles Thema ist, besonders in Deutschland. Und eigentlich überhaupt, wie viele Männer interessieren sich in der Regel für die Regel einer Frau? Wohl eher nur dann wenn „die roten Tage“ da sind & selbst dann finden es die meisten Männer doch eher ekelhaft & wollen nichts darüber hören. Als Junge seine Mutter zu fragen, von wegen: „ Mama warum benutzt du Tampons & keinen Menstruationsbecher?“, ist irgendwie auch komisch oder? Aber seitdem ich mich mit Körper & Umwelt so viel beschäftige, denke ich, ist es an der Zeit da mal etwas zu ändern.

Aber bitte liebe Frauen, sollte ich hier irgendetwas schreiben, was nicht der Wahrheit entspricht oder anders sein, seid mir nicht böse, sondern helft uns Männer es zu verstehen & zwar mit sachlichen & konstruktiven Argumenten.

Jetzt denken sich bestimmt die Frauen von wegen: „Johnny, wie kommst du jetzt eigentlich auf die Idee über MENSTRUATIONSTASSEN zu schreiben?“ Zuerst einmal interessiere ich mich extrem für den weiblichen Körper, nicht nur weil er so facettenreich & wunderschön ist, nein, sondern weil er einfach so viel mehr hergibt als der männliche & wir das Spiel mit euren Hormonen überhaupt gar nicht nach vollziehen können.

Das soll hier jetzt auch kein Ratgeber werden für die Männer, von wegen: „Was muss ich beachten wenn Frauen ihre Tage haben?“

Ich hab mich mit all meinen weiblichen Freunden unterhalten & besonders mit denen die den Menstruationsbecher schon seit längerem benutzen. Ein super interessantes Thema besonders im Bezug auf Zero-Waste. Ich will auch gar nicht tiefer darauf eingehen, wie lange Frauen ihre Regelblutung haben, warum sie diese bekommen, wie sie sich dabei fühlen oder was es für gesundheitliche Auswirkungen hat. Könnte ich tun, als gelernter Fachberater für holistische Gesundheit, aber heute nicht.

Mir geht es hierbei einzig & allein um Zero-Waste.

Fangen wir erst eimal mit statistischen Themen an, die natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich sind.

Eine Frau hat in der Regel ca. 40 menstruationsreiche Jahre. Gehen wir also davon aus, dass sie ihre Regel 1x im Monat bekommt, sprich 12x im Jahr (schwierige Zahl, da die Regel ja auch mal aussetzen kann, durch Stress, Krankheit oder Schwangerschaft). Jede Frau würde im Schnitt also ca. 5 Tage Tampons oder Binden benutzen. Daraufhin bräuchte eine Frau an jedem Tag ca. 5 Tampons oder Binden. Das wären dann genau 14.400 Produkte die eine Frau in ihrem Leben benötigen würde.

Wenn ich das so durchrechne ist das echt‚ erst mal ne ganze Menge an Produkten & besonders auch ne ganz schöne große Menge an Müll & vor allem GELD. Wir gehen natürlich davon aus, dass die Frauen herkömmliche Produkte verwenden, die in Papier/Plastik verpackt kommen & aus synthetischen Stoffen bestehen und somit sind diese nicht nur umweltschädlich, sondern auch gesundheitsschädigend.

Was kosten also Tampons & Binden & wie viele sind da eigentlich drin?

64er O.B. Packung Tampons kosten bei Amazon 4,95 EUR, das wären also bei 14.400 Stück genau 1.113,75 EUR.
104 Always Ultra Binden kosten bei Amazon 13,00 EUR, das wären dann also bei 14.400 Stück genau 1.800 EUR.
Ein Menstruationsbecher/tasse kostet in der Regel ca. 35 EUR & kann bei guter Pflege bis zu 10 Jahre lang halten.

Natürlich gibt es auch Bio Tampons & Bio Binden aber zum Vergleich:

60er Natracare Bio-Tampons kosten 15,62 EUR bei Amazon, das wären dann also bei 14.400 Stück sage & schreibe 3.748,80 EUR.
40 Natracare Bio-Binden kosten bei Amazon 15,96 EUR, das wären dann bei 14.400 Stück wahnsinnige 5.745,60 EUR.
Waschbare Bio-Binden kosten 15-30 EUR (Hier ist klar der Nachteil, wie saugfähig diese sind & wieviele man davon tagsüber dabei haben muss, aber darauf gehe ich heute nicht ein)

Willst du mich verarschen, alter Verwalter. Also das ist ja mal nen richtiger fetter, wie ich sowas auch gern nenne, JUICEMARKT.

Kommen wir also zum Mentruationsbecher/tasse/cup, wie auch immer ihr ihn nennen möchtet. Ich hab mich, wie gesagt, mit all meinen Mädels unterhalten & fand das Thema so interessant, dass ich direkt darüber schreiben wollte. Weil ich natürlich noch weiter gehe, hab ich auch mal direkt die Leute von Lunette angerufen. (Als kleine Info, das soll keine Werbung für Lunette sein, sondern es war die erste Marke die bei google aufpoppt ist & dann hab ich einfach angerufen. Es gibt natürlich andere, genauso gute Hersteller. Schaut euch da durch, das soll jetzt nicht bedeuten, dass Lunette der Beste auf dem Markt ist. Die liebe Mari von Lunette hat mir, ohne das wir uns kennen, einfach genau die Fragen beantwortet, die ich über Zero-Waste wissen wollte & deswegen erwähne ich Lunette hier einfach, weil es ein echt tolles Gespräch war.) Ihr könnt mir glauben, ich bekomme dafür kein Geld, dass ich die hier erwähne. Auf jeden Fall hab ich mit Mari von Lunette gute 15 Minuten telefoniert & vielleicht, sofern der Blog-Post gefällt, bekomm ich Menstruationscups zugeschickt & geschenkt. Die würde ich dann meinen Mädels gern mal zur Verfügung stellen.

Kommen wir zum Gespräch: Für mich war erstmal  die Frage wichtig, woraus der Cup von Lunette besteht. Aus Silikon. Gut, Silikon ist nicht biologisch abbaubar, das war mein erster kritischer  Gedanke. Aber dann hat mir Mari noch mehr darüber erzählt, was die Pflege angeht, wie oft der Cup ausgetauscht werden muss, usw. Mari meinte direkt, dass wenn man den Cup von Lunette gut pflegt, während man ihn benutzt, aber auch wenn er nicht gebraucht wird, er sehr lange haltbar ist (eine genau Zeit konnte sie nicht angeben, da alle Frauen anders mit dem Produkt umgehen). Zum Beispiel benutzt Mari ihren jetzt schon seit 2006. In der Regel kaufen die Frauen aber alle 3 Jahre einen neuen.

Wow!

Und da muss ich sagen, auch wenn er aus Silikon ist, ist er 10000x mal nachhaltiger, günstiger und – was noch viel wichtiger ist– nicht gesundheitsschädigend für die Frau. Mari meinte aber auch, dass es natürlich auch günstigere Produkte von anderen Marken gibt, die dann wiederum aus TPE Material hergestellt werden. Diese halten nicht wirklich lang, da sie nach einer kurzen Zeit austrocknen & da ist auch nicht wirklich klar, ob sie nun gesund oder ungesund sind.

Aber rechnen wir das mal kurz zurück: Wenn also Mari ihren Cup schon 11 Jahre hat, dann waren das im Durchschnitt 132 Regelmonate a 5 Tage a 5 Tampons pro Tag. Sofern sie nicht schwanger war oder sonstige Probleme hatte. Das heisst Mari hat auf 3.300 Produkte verzichtet & damit 829,10 EUR gespart, den Lunette Cup mit 30,00 EUR schon abgezogen.

Wow!

Man spart Geld, tut was für seinen Körper & schont auf lange Sicht die Umwelt, es sei denn, man kann komplett auf Bio-Tampons oder Binden umsteigen, dann entsteht aber auch wieder Verpackungsmüll. Für den Normalverbraucher ist es aber eh keine Überlegung wert, weil es viel zu teuer ist. Was sind also die Negativaspekte vom Menstruationscup?  Das habe ich Mari auch gefragt & die selben „Probleme“ habe ich auch von meinen Mädels gehört.

Mari meinte: „...be okay with your body, its okay to touch yourself because there will be blood & most important thing know your body…“ Die meisten Leute sind abgeschreckt & wissen nicht wie ihr Körper richtig funktioniert, oder warum er so ist wie er ist. Jetzt kommt noch mein Slogan dazu – Everything Starts with food – & wenn ihr euren Körper kennt, dann versteht ihr ihn auch besser.

Eins, das die meisten Frauen abschreckt, ist wahrscheinlich die Reinigung. Denn was ist wenn ich unterwegs bin & es gibt auf dem Frauenklo kein Waschbecken? Marie meinte, dass das Abwischen mit einem Papier für den Moment auch ausreicht, aber am besten wäre es, wenn man eine Wasserflasche mit sich trägt, natürlich bitte aus Glas & nicht aus Plastik :). Damit kann man den Cup kurz abwaschen & wieder einführen.

Und sobald man lernt ihn richtig zu benutzen, sollte auch nichts schief gehen.

So meine lieben, das war es dann zum Thema Menstruationscup & ich hoffe ich hab alles richtig beschrieben, was es zum Thema Zero-Waste zu sagen gibt. Es macht in meinen Augen Sinn ihn zu benutzen. Klar, ich bin keine Frau & weiss nicht wie es sich anfühlt, sowas zu benutzen, aber was ich so von meinen Mädels gehört habe, war gar nicht so schlimm & auch viel einfacher. Ihr entscheidet was ihr für euren Körper benutzt & welche Produkte ihr ihm zuführt & der Umwelt hinterlasst.

In diesem Sinne, stay healthy & get old!

6 Kommentare bei „Menstruationsbecher – Zero Waste“

  1. Hab mich schon viel damit beschäftigt, was mich noch abschreckt: Wie finde ich die richtige Größe heraus?

    1. Es gibt eine tolle Facebookgruppe namens „Menstruationstasse“, wo man sich beraten lassen kann. Wer kein Facebook nutzt, kann sich auch an die Damen von ladyways.de wenden und sich von ihnen helfen lassen. Welche Tasse richtig ist, hängt z.B. von der Höhe des Muttermundes und anderen individuellen Dingen ab. Deswegen ist es wichtig, sich beraten zu lassen und nicht einfach irgendeine Tasse zu kaufen. Die Herstellerangaben sind meist leider unvollständig und nicht hilfreich! Ich persönlich nutze meine Tasse seit mehreren Jahren und würde sie nie wieder hergeben 🙂

  2. johnnyandthefood sagt: Antworten

    Guten Morgen.

    Schau doch mal hier & wenn das nicht hilft, ruf mal bei Lunette an. Die helfen dir auch bestimmt weiter.

    https://de.lunette.com/pages/grossenratgeber

    Liebe Grüße

  3. Schöner Kommentar, ich selbst benutze sie noch nicht so lange. Das Nutzen allerdings führt zu einem anderen Selbstverständnis sich selbst und seinem Körper gegenüber. Irgendwie fürhrt das doch (bei mir) zu einem liebevollerem und verständnisvolleren Umgang während der Erdbeerwoche 🙂 Auch dieses Blut dann in seiner ursprünglichen Form zu sehen ist etwas ganz anderes als bei den Standarthygienmitteln… Es fühlt sich versöhnter an im Hinblick auf Körper, Regel, alles was damit zu tun hat drückt für mich inzwischen eine andere, eine einvernehmlichen Umgang mit dem ganzen Prozess aus. Ja und dafür bin ich auch dankbar… Danke für den Eintrag, der beleuchtet das eher aus der Umweltperspektive und auch Kostenperspektive, aber das ist eben auch eine Sichtweise…

    1. So schöne Worte & da hast du vollkommen Recht :). Danke für dein Feedback & das Kommentar. Es ist natürlich schwer für mich, aus der Perspektive einer Frau zu sprechen, da ich nicht weiss wie es sich anfühlt. Ich wollte halt, wie du schon richtig sagst, es aus einer anderen Perspektive betrachten, ohne dabei Ratgeber zu sein in Sachen Anwendung.

      Aber trotzdem ist es mir wichtig, auch als Mann diese Themen anzusprechen, da es uns am Ende ja doch wieder alle betrifft :).

      Ganz liebe Grüße

  4. Ich benutze den Cup jetzt 10 Monate.
    Dienersten drei Zyklen wollte ich schon aufgeben, es war schwierig bis alles saß so wie es soll und dann wie bekommt man denn dieses Ding wieder raus :/ lach
    Naja nach anfänglichen Schwierigkeiten ist es jetzt so wie mit Tampons: kann man im Schlaf, egal ob zu Hause oder öffentlich.
    Man lernt auch den eigenen Körper mehr kennen, hat weniger Schmerzen während der Tage ( ich zumindest) und man muss keine Angst haben “ auszulaufen“ sondern man kann wirklich mal paar Stunden ohne negativen Gedanken raus unter Leute. ( das war übrigens mein Problem mit Tampons, während meiner Tage war ich nur zu Hause)

    Die andere Seite der Müll, man hat einfach keinen mehr, null, nichts. 🙂

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